M.i.N.   Museen im Nildelta

 

 

 

 

 

  

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Restaurierung und Umsockelung der Würfelstatue des Nefer-ka im Museum der Universität Zagazig

 

 

Während der Ausgrabungen des Tell Basta Projektes, eines Kooperations-projektes der Universitäten Potsdam und Zagazig (Ägypten), wurde 1992 das Oberteil der Würfelstatue des Nefer-ka aus honigfarbenem silifiziertem Sandstein (Quarzit) gefunden. Es wurde vom Grund eines Brunnens aus der Römerzeit geborgen, der inmitten des ehemaligen Tempelareals von Bubastis liegt und wahrscheinlich nach der Zerstörung des Tempels durch ein Erdbeben angelegt wurde. Das Fragment gehört wegen der erstaun-lichen Feinheit seiner Ausarbeitung und wegen seines relativ guten Erhaltungszustandes zu den bedeutendsten Statuenfunden der Tell Basta-Grabung in den letzten Jahren.

 

Die frühere Montierung des Statuen-fragments mit Gips Der neue, exakt auf das Fragment der Würfelstatue abgestimmte Sockel

 

Die Statue stellt einen Priester der Löwengöttin  Sachmet aus der Zeit Amenophis´ III. (ca. 1388 – 1350 v. Chr.), des Vaters des berühmten „Ketzerkönigs“ Echnaton bzw. des Schwiegervaters der Königin Nofretete dar. Die Kartusche des Herrschers, d.h. sein in ein Oval eingeschriebener Thronname „Neb-Maat-Re“, ist auf der Oberseite des Körperblocks wie ein um den Hals getragenes Amulett eingraviert.

Ursprünglich war der Körper dieser Statue vollständig mit Inschriften bedeckt. Auf der linken Seite und auf dem stelenartig abgerundeten Rückenpfeiler haben sich bedeutende Teile davon erhalten. Auf der linken Seite handelt es sich um einen biographischen Text. Nefer-ka schildert darin, dass König Amenophis III. anlässlich des großen Festes der Göttin Bastet persönlich den Tempel von Bubastis besuchte.

„Seine Majestät trug die Rote Krone [d.h. die Krone Unterägyptens]; er belohnte mich […]; er erschien auf seinem Thron um das Fest der Bastet zu begehen […]; er ließ ihr Rinder darbringen, 71 vollkommene Opferrinder, und dazu Kuchen und anderes Gebäck […]

 

Zustand im Jahr 2006, der Gipssockel

ist bereits teilweise entfernt

Rückseite der Statue des Nefer-ka mit

der ursprünglichen Montierung

 

Die Inschriften nennen darüber hinaus in Opferformeln die Gottheiten Sachmet und Ptah und sogar den Gott Amun-Re bzw. „Amun, den Urzeitlichen der Beiden Länder“; die beiden letzteren sind zwei unter-schiedliche Erscheinungsformen jenes Gottes, der von Echnaton verfolgt und dessen Namen auf Denkmälern aus früherer Zeit normalerweise getilgt wurden. Bei der Würfelstatue des Nefer-ka sind die Namen des Amun jedoch unbeschädigt erhalten. Dies gibt Anlass, die Frage nach der Durchsetzung von Echnatons Amarna-Revolution mit ihrem (theoretisch für das ganze Land geltenden) Monotheismus für den Raum des Nildeltas neu zu überdenken.

 

Die bisher nicht entzifferte Inschrift auf
der Oberseite der Statue

Zwar sind die einzelnen Zeichen bekannt, doch ihr Zusammenhang ist unklar

 

Eine Inschrift auf der Oberseite der Statue bereitet Schwierigkeiten bei der Übersetzung. Bis heute ist es selbst ausgewiesenen Spezialisten nicht gelungen, diese Hieroglypheninschrift zu entschlüsseln – einer der inzwischen seltenen Fälle, in denen unser Wissen über die Sprache und Schrift der Alten Ägypter an ihre Grenzen stößt. Unter den Würfelstatuen aus einer der Blütezeiten altägyptischer Skulptur kommt dem Fund aus Tell Basta somit aus mehreren Gründen eine herausragende Bedeutung zu.

 

Das Styropor-Modell mit dem Prototyp

des Sockels aus Holz

Berechnung des Sockels durch Berliner Restauratoren

 

Dieses Statuenfragment konnte durch die finanzielle Unterstützung der gemeinnützigen Studiosus Foundation e.V. sorgfältig restauriert und nun auch in einer angemessenen Weise der Öffentlichkeit präsentiert werden. Seine frühere Montage auf einer Holzplatte unter Verwendung von reichlich Gips beeinträchtigte auf empfindliche Weise die ästhetische Wirkung des Kunstwerkes. Die optisch zurückhaltendere Präsentation auf einem speziell angefertigten Metallsockel mit dunkel getönter Oberfläche lässt nun den erhaltenen Teil der Statue in den Vordergrund treten. Durch eine geeignete Lichtinszenierung kann dieser Effekt zusätzlich verstärkt werden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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