Das Museum wurde 1932 errichtet, um die zahlreichen, während des Baus des Suezkanals (1859 bis 1869) zutage gekommenen antiken Fundstücke aufzunehmen. Im Laufe der Zeit kamen weitere Objekte unterschiedlichster Herkunft hinzu. So stammt eine Gruppe von Exponaten aus der Ruinenstätte Tell el-Maskhuta, der ehemaligen Stadt Pithom („Haus des Atum“) im Wadi Tumilat. Hier hatte Pharao Necho II. (610 – 595 v. Chr.) zur Zeit der 26. Dynastie erste Arbeiten an einem geplanten Verbindungskanal zwischen dem Nil und dem Roten Meer durchführen lassen. Das Werk wurde etwas später, unter dem persischen König Darius I., unter gewaltigen Mühen vollendet, wovon die berühmten sogenannten Kanalstelen künden. Die Bedeutung von Tell el-Maskhuta ist spätestens seit dem Jahr 1883 bekannt, als dort unter der Leitung des Schweizer Ägyptologen Edouard Naville Ausgrabungen durchgeführt wurden. Sie erbrachten zahlreiche Funde, die bei der Fortsetzung der Arbeiten am Beginn des 20. Jahrhunderts unter dem französischen Archäologen Jean Clédat noch vermehrt werden konnten.
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| Kopf einer Statue des Bastet-Priesters Wa-ka-ra-men aus Tell el-Maskhuta |
Der plastisch modellierte Skarabäus auf dem Kopf des Priesters |
Zu ihnen zählt der Kopf eines libyschen Würdenträgers der 22. Dynastie aus dunkelrotem silifiziertem Sandstein, der gleich in der ersten zentralen Vitrine ausgestellt ist. Er besitzt einen detailliert und hochplastisch ausgearbeiteten Skarabäus auf dem Scheitel seiner ornamentalen Löckchenperücke. Die Rückenpfeiler-inschrift nennt den Auftraggeber: den Bastet-Priester Wa-ka-ra-men. Er dürfte wohl im nahe gelegenen Bubastis (Tell Basta) eine wichtige Rolle gespielt haben. Der Kopf ist eines der seltenen Beispiele für die unterägyptische Bildhauerschule aus dieser Zeit. Aus Oberägypten stammt dagegen eine Würfelstatue der frühen Ptolemäerzeit (um 300 v. Chr.), die einem Priester des Amun von Karnak namens Anch-ef-en-Chons gehörte und ursprünglich im Karnak-Tempel aufgestellt war.
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| Würfelstatue des Amun-Priesters Anch-ef-en-Chons aus Karnak |
Triade des Gottes Osiris mit Isis und dem falkenköpfigen Horus |
Ein weiteres Highlight des Museums ist der praktisch unversehrte Granitsphinx, der direkt am Eingang liegt und mit dem Namen Ramses’ II. beschriftet ist. Eine genauere Betrachtung lässt jedoch über seine ursprüngliche Entstehungszeit keinen Zweifel: Offensichtlich wurde hier einer der berühmten sog. Mähnensphingen Amenemhets III. aus der 12. Dynastie (ca. 1853-1806 v.Chr.) stilistisch gründlich überarbeitet und den idealisierenden jugendlichen Porträts Ramses‘ II. angepasst. Die Spuren der Umarbeitung sind noch deutlich zu sehen.
Zu beiden Seiten des Ausstellungsraumes sind Wand- und Tischvitrinen aufgestellt, in denen sich kleinere rundplastische und flachbildliche Werke aus der Zeit des Mittleren Reiches bis in die Ptolemäer-Zeit befinden. Unter ihnen fällt eine ungewöhnliche, offenbar „archaisierende" Votivstele mit einer halbplastischen Darstellung der Osiris-Familie auf, die in die Spätzeit (26.-30. Dynastie) datiert werden kann. Der Totengott Osiris erscheint hier nicht als eng von Binden eingehüllte Mumie, sondern wie ein vorgeschichtliches Götterbild nur mit Lendenschurz und Phallustasche bekleidet und trägt über seiner langen Götterperücke die mit Straußen-federn geschmückte Atef-Krone.